Unter dem Radar

Ein Projekt zur Revolutionale – Festival für Veränderung.

Wer spricht? Wer wird gehört?

Die zwei Fragen berühren einen Grundsatz demokratischer Gesellschaften, wonach politische Entscheidungen durch eine breite öffentliche Debatte begleitet werden. In einer Diktatur stellen sich diese Fragen anders:

Wer darf sprechen? Wer darf gehört werden?

Über die Festivaltage zu 30 Jahren Friedliche Revolution sind Texte von Heidemarie Härtl, Ralf-Günter Krolkiewicz, Edeltraut Eckert und Thomas Körner zu hören. Sie stehen stellvertretend für viele marginalisierte DDR-Autorinnen und -Autoren. Ihr eigenständiger literarischer Blick fehlt bis heute in der ostdeutschen Literatur.

Edeltraut Eckert, Elegie 4. Dezember 1953 Waldheim
Ralf-Günter Krolkiewicz, Dämmerung 1984 heimlich auf Klopapier gekritzelt in der Stasi-U-Haft
Heidemarie Härtl, ein Auszug aus: Puppe im Sommer
Ralf-Günter Krolkiewicz, Plenum 1982
Ralf-Günter Krolkiewicz, Patriot, besoffen 1982, aus Gesänge des Säufers
Ralf-Günter Krolkiewicz, Das Gähnen 1983
Thomas Körner Alter Held über Alter Held Auszug aus: Das Grab des Novalis

Die Texte stammen aus dem Archiv unterdrückter Literatur in der DDR: Die Schriftstellerin Ines Geipel und der Schriftsteller Joachim Walther haben das Archiv aufgebaut. Es versammelt die Vor- und Nachlässe von Autorinnen und Autoren, die in der DDR nicht veröffentlichen konnten; die nicht sprechen und nicht gehört werden durften. Das Archiv ist Teil des Archivs der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin.

Sprecherin: Ingrid Exo