„… wirklichkeitssatt und realitätsnah, und doch klingt die Geschichte von den Bergleuten und Zirkusmenschen immer wieder wie ein schönes und düsteres Märchen.“

Neuer Roman

Ich schreibe, weil ein Text mir doch die liebste aller Parallelwelten ist.

Schreiben ist für mich ein Versuch, dem Gegenwärtigen aus der Vergangenheit heraus beizukommen.

Meine Texte spielen im Osten, weil ich glaube, dass es dort literarisch noch Dinge zu erledigen gibt. Die Themen speisen sich aus Leerstellen, Verwerfungen und aus den alten, noch wirkmächtigen inneren Landkarten.

Ich hoffe, mir schreibend eine Unabgeschlossenheit im Denken bewahren zu können.

Bücher

BITTERE WASSER

Ida ist ein Zirkuskind, ihre Eltern sind Stars im DDR-Staatszirkus, die Mutter am Trapez, der Vater als Elefantendompteur, es gibt sogar eine Briefmarke mit seinem Bild. Zur Einschulung wird das Mädchen nach Tann ins Erzgebirge verschickt, zur Oma, in deren Kneipe die Männer vom Uranbergwerk ihre Extrazuteilungen versaufen, ehe sie früh an radioaktiver Vergiftung, der Schneeberger Krankheit verrecken.

Nach der Wende wird die Mine geschlossen, der Zirkus an einen westdeutschen Investor verscherbelt. Die Ehe der Eltern scheitert an Stasigeschichten. Idas Vater hockt in seinem Zirkuswohnwagen im Garten der Großmutter und säuft. Sie selbst folgt der Elefantendame Hollerbusch, die an den Zoo von Kyjiw verkauft wurde.

Der Roman einer Familie und der einer Stadt, die immer eine andere war, in einem Land, das es nicht mehr gibt. Tina Pruschmann erzählt davon wirklichkeitssatt und realitätsnah, und doch klingt die Geschichte von den Bergleuten und Zirkusmenschen immer wieder wie ein schönes und düsteres Märchen.

// 2022 Rowohlt Verlag

LOSTAGE

Lostage fühlen sich gar nicht besonders an, und doch entscheiden sie über ein ganzes Leben, über richtige Zeitpunkte und falsche Weichenstellungen: der Tag, an dem Rike vom Kirschbaum in den Tod stürzt; der Tag, an dem Sasha in der Straßenbahn Jan, dem Jungen mit dem Pantherchamäleon, begegnet; die Nacht, die Malte mit Maria am Ostseestrand verbringt; der Tag, an dem Malte in einem Casino mit einer zufälligen Zahl dreieinhalb Millionen gewinnt; und der Tag, an dem ein kleiner Junge eine Münze in den Brunnen wirft und damit vielleicht die Zeit anhält …

// 2017 Residenz Verlag

Kooperationen

GOTTGEWOLLT

Armut, Gehorsam und ehelose Keuschheit: Die Schwestern von der heiligen Elisabeth stellen ihr Leben in den Dienst des Ordens und prägen seit mehr als 120 Jahren mit ihrem ordenstypischen Habit das Stadtbild von Halle. Sie waren einst mehr als 100 Schwestern. Heute sind es noch 35; die letzte Generation.

Mit einer Ausstellung und einem Bild- und Interviewband porträtieren wir das Leben und den Alltag dieser letzten Hallenser Elisabethschwestern.

Die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt förderte das Projekt mit zwei Arbeitsstipendien.

Fotografie: Marco Warmuth
Interview & Text: Tina Pruschmann
Buchgestaltung: Susanne Weigelt

// 2019 Mitteldeutscher Verlag

BLACK BOX

Moderation und Organisation des literarischen Rahmenprogramms zu „Black Box: Woher komme ich. Wohin gehe ich.

Ein Projekt von Ute Puder.

Eine begehbare Black Box in der Osthalle des Hauptbahnhofs wurde zur Leipziger Buchmesse 2019 zum Ort der Reflexion über Heimatverlust und Heimatfinden. An vier Messetagen war der Dokumentarfilm „Woher komme ich. Wohin gehe ich.“ von Ute Puder und Marcus Nebe zu sehen. Menschen erzählten ihre Geschichte von Flucht, Fremdheit und Ankommen. Im Rahmenprogramm lasen neben Autor*innen Menschen aus privaten Fluchttagebüchern.

UNTER DEM RADAR

Ein Projekt zur Revolutionale – Festival für Veränderung 2019

Wer spricht? Wer wird gehört?

Die zwei Fragen berühren einen Grundsatz demokratischer Gesellschaften, wonach politische Entscheidungen durch eine breite öffentliche Debatte begleitet werden. In einer Diktatur stellen sich diese Fragen anders:

Wer darf sprechen? Wer darf gehört werden?

Über die Festivaltage zu 30 Jahren Friedliche Revolution waren Texte von Heidemarie Härtl, Ralf-Günter Krolkiewicz, Edeltraut Eckert und Thomas Körner zu hören. Sie stehen stellvertretend für viele marginalisierte DDR-Autorinnen und -Autoren.

AUSWAHL

  • Edeltraut Eckert, Elegie \ 4. Dezember 1953 Waldheim
  • Ralf-Günter Krolkiewicz, Dämmerung \ 1984 heimlich auf Klopapier gekritzelt
  • Heidemarie Härtl \ ein Auszug aus: Puppe im Sommer
  • Ralf-Günter Krolkiewicz, Patriot \ besoffen 1982, aus Gesänge des Säufers

Die Texte stammen aus dem Archiv unterdrückter Literatur in der DDR: Die Schriftstellerin Ines Geipel und der Schriftsteller Joachim Walther haben das Archiv aufgebaut. Es versammelt die Vor- und Nachlässe von Autorinnen und Autoren, die in der DDR nicht veröffentlichen konnten; die nicht sprechen und nicht gehört werden durften. Das Archiv ist Teil des Archivs der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin.

Sprecherin: Ingrid Exo

Elegie
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Puppe ...
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Dämmerung
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Patriot
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Termine

Keine kommenden Termine vorhanden.